Brustkrebs: Vorbeugung mit chirurgischen Maßnahmen – Brustentfernung BRCA-Gen

Die Entfernung der Brüste (prophylaktische Mastektomie) ab dem 25. Lebensjahr führt bei Trägerinnen mutierter BRCA 1/2-Gene zu einem sehr hohen Schutz. Ob bei ihnen die Brustwarze und der Brustwarzenhof erhalten werden können oder mit entfernt werden sollten, wird unter Fachleuten unterschiedlich empfohlen. Allgemein empfiehlt man bei schon Erkrankten mit mutierten BRCA 1/2-Genen die zusätzliche Entfernung der noch nicht befallenen Brust, da diese sonst in 40 bis 60 Prozent früher oder später auch erkrankt. Manche Zentren empfehlen bei BRCA1-Trägerinnen die zusätzliche beidseitige Entfernung der Eierstöcke. Hierdurch senkt sich das Krebsrisiko sowohl für die Brüste als auch für die Eierstöcke.

Kommentar: Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie sollte grundsätzlich individuell unter Mitwirkung mehrerer Experten gefällt werden. Der alleinige Nachweis einer BRCA-Genveränderung sagt noch nichts über das individuelle Krebsrisiko und die Operationsnotwendigkeit aus. Allel-Variationen innerhalb der BRCA-Gene, hormonelle Einflüsse und nicht zuletzt auch der Lebensstil beeinflussen das Erkrankungsrisiko.

Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte er mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.