Brustkrebs: Vorbeugung durch Hormone

Die Geschlechtshormone haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Brustkrebs, weswegen antihormonelle Maßnahmen von großer Bedeutung sind. Eine Kommentierung von Medikamenten mit antihormoneller Wirkung befindet sich im Kapitel „Vorbeugung mit Medikamenten (Chemoprävention).

Gibt es Alternativen zur Hormon-Ersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden?

Frauen, die während und nach den Wechseljahren längerfristig Östrogen-/Gestagen-Präparate einnehmen, haben ein eindeutig erhöhtes Erkrankungsrisiko (Banks et al. 2010, Marschal et al. 2010). Deswegen, aber auch wegen anderer möglichen Nebenwirkungen sollten sie nur für kurze Zeit, in niedriger Dosierung und auch nur bei erheblichen klimakterischen Beschwerden eingenommen werden (www.bfarm.de). Wenn die Hormonersatztherapie nur kurze Zeit erfolgt, sind kaum negative Auswirkungen zu erwarten. Manche Frauen warten einfach ab, bis die Beschwerden überstanden sind; andere versuchen, durch Anpassungen ihres Lebensstils – zum Beispiel durch Umstellung ihrer Ernährung oder durch mehr Bewegung – die Beschwerden zu bekämpfen. Am häufigsten werden pflanzliche Präparate eingenommen, deren Wirkung und Nebenwirkungen allerdings umstritten sind. So ist nicht eindeutig geklärt, ob die z. B. in Soja-Präparaten enthaltenen Phytooestrogene nicht ebenfalls das Wachstum von Krebsvorstufen fördern. Rotklee enthält ebenfalls Isoflavone, die sich aber von den Inhaltsstoffen in Soja unterscheiden. Vorsicht ist geboten Vorsicht ist geboten vor Extrakten der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa oder Actaea racemosa), die Leberschäden verursachen können. Für homöopathische und alternativmedizinische Mittel, für Akupunktur, Chiropraktik und Fußreflexzonenmassage gibt es keinerlei Nachweise einer Wirksamkeit. Einige Ärzte empfehlen trotz fehlender Wirksamkeitsnachweise Nahrungsergänzungsmittel Häufig werden Lebensstiländerungen und Sport empfohlen. In Studien konnte zwar nicht nachgewiesen werden, dass sie typische klimakterische Beschwerden lindern, aber Sport hilft, sich zu entspannen und die Stimmung zu heben. Auch zur Wirkung von Entspannungstechniken, Atemtraining, Meditation, Yoga und Tai Chi bei Wechseljahresbeschwerden gibt es keine Studien. Viele Frauen empfinden sie jedoch als entspannend und hilfreich. Sie können Stimmungsschwankungen beeinflussen. Gegen Schwitzen und Hitzewallungen gibt es wirksame Medikamente, die die Schweißbildung reduzieren (Venlafaxin, Fluoxetin, Clonidin, Methyldopa, Gabapentin). Einige Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva sind gezielt für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden entwickelt worden.

Empfehlungen bei Einnahme von Hormonen gegen Wechseljahresbeschwerden:

  • Hormone sollten nur dann eingenommen werden, wenn die Beschwerden erheblich und andere Maßnahmen unwirksam sind. sie sollten auch dann nur eine begrenzte Zeit und in niedriger Dosierung eingenommen werden.
  • Es sollte regelmäßig überprüft werden, ob die hormongabe noch notwendig ist.
  • Zur Behandlung einer Osteoporose kommt eine Hormontherapie nur dann infrage, wenn andere Osteoporose-Mittel unwirksam sind.
  • Bei Trockenheit der Scheide können eine östrogenhaltige Creme oder östrogenfreie Präparate eingesetzt werden.
  • Östrogene steigern das Risiko für Gebärmutterkrebs, weswegen eine kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie empfohlen wird.
  • Frauen ohne Gebärmutter sollten nur Östrogene einnehmen. Ob sich Risiken durch sehr niedrig dosierte Hormonpflaster vermindern lassen, ist nicht gesichert.

Sind Hormonersatztherapien grundsätzlich krebsfördernd?

Östrogene vor den Wechseljahren scheinen das Brustkrebsrisiko nicht generell zu erhöhen. Auch sagen Experten, dass eine Hormonersatztherapie unbesorgt bei Frauen erfolgen kann, bei denen wegen eines genetisch bedingten Brustkrebsrisikos eine prophylaktische Eierstockentfernung erfolgte. Auch die im Rahmen einer Fertilitätsbehandlung gegebenen Hormone sollen nicht schädlich sein. Die medikamentöse hormonelle Steuerung des Eisprungs und die Regulierung des Monatszyklus machen häufig In-vitro-Fertilisierungen („Retortenzeugung“) erst planbar.

Quelle und Leseempfehlung zur Brustkrebsvorsorge:

Brustkrebs vermeiden (Personalisierte Krebsvorsorge und Früherkennung)

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Über den Autor Prof Dr. Hermann Delbrück

Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte er mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.

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