Magenkrebs: Ursachen und Häufigkeit

Magenkrebs Ursachen

Obwohl Milliarden für die Erforschung der Ursachen von Krebs ausgegeben werden, kennen wir sie nach wie vor nicht. Aufgrund vieler Beobachtungen wissen wir lediglich, dass es einige Risikofaktoren gibt, die – statistisch gesehen – das Erkrankungsrisiko erhöhen und zum späteren Auftreten eines bösartigen Magentumors prädisponieren. Eines der Hauptmerkmale des Magenkrebses ist, dass er zu Anfang so gut wie keine Beschwerden bereitet.

Auch im Spätstadium kommt es häufig zu so unspezifischen Symptomen wie schlechter Verdauung, schlechtem Schlaf, Druckgefühl im Oberbauch oder Müdigkeit. Der Krebs wird daher häufig erst sehr spät erkannt. Häufig wird der Sinn von Vorsorgeuntersuchungen verkannt. Sie verhindern nicht etwa den Krebs, sondern sollen lediglich zu einer möglichst frühzeitigen Erkennung und damit Erfolg versprechenden Behandlung führen.

Magenkrebs in Deutschland

Das Magenkarzinom ist nach dem Bronchialkrebs, dem Prostatakrebs und den Hauttumoren der fünfthäufigste bösartige Tumor in Deutschland. 2004 verstarben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 21000 Menschen an diesem Krebs. Wesentlich häufiger ist Magenkrebs in anderen Ländern, besonders in den osteuropäischen Ländern, in den Ländern der Dritten Welt und in Ostasien. Während man für das häufige Vorkommen in Osteuropa und den Entwicklungsländern die schlechte und wenig abwechslungsreiche Ernährung verantwortlich macht, wird in Japan der hohe Nitratgehalt in der Nahrung, der häufige Verzehr von Gepökeltem und auch der hohe Salzkonsum verantwortlich gemacht. Früher, d. h. vor 1950, war der Magenkrebs auch in Deutschland sehr viel häufiger.

Abnahme Magenkrebs-Häufigkeit in Europa

Vor ca. 50 Jahren war der Magenkrebsnoch die häufigste Krebserkrankung. Eine Abnahme ist besonders in Europa zu verzeichnen. Allein in Deutschland hat sich in denletzten 30 Jahren die Häufigkeit um ein Drittel verringert. Die weltweite Abnahme betrifft allerdings nur die Karzinome im mittleren und unteren Drittel des Magens; die Häufigkeit von Karzinomen im oberen Magendrittel (Kardiakarzinom) hat eher zugenommen. Man nimmt Zusammenhänge mit vermehrtem Alkoholkonsum an. Zugenommen haben auch bösartige Tumore im letzten Drittel der Speiseröhre (Barrettkarzinom) und im Übergang von der Speiseröhre zum Magen. Hierfür wird der in den westlichen Ländern immer häufiger anzutreffende Rückfluss von Magensäure mit Sodbrennen verantwortlich gemacht.

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Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte er mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.