Weltkrebs-Tag: Krebs immer häufiger Todesursache

Anlässlich des heutigen Weltkrebstages haben das Robert Koch Institut und das Statistische Bundesamt aktuelle Statistiken veröffentlicht. Diese Statistiken zeigen, dass sich die Überlebensrate bei Krebs erhöht hat. Gleichzeitig ist aber auch die Zahl der Krebsneuerkrankungen und der Anteil von Krebs als Todesursache gestiegen. 2011 sind 211 000 Menschen an Krebs gestorben. Damit ist Krebs mit 26 Prozent nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Der Anteil der bösartigen Tumorerkrankungen unter den Gestorbenen sei in den vergangenen 30 Jahren um fast 25 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum Weltkrebstag mit.

Die häufigsten tödlichen Krebs-Arten

Die bei Männern häufigste Krebsart mit Todesfolge waren Erkrankungen der Verdauungsorgane mit 38 531 Gestorbenen.  An zweiter Stelle lagen Lungen- und Bronchialkrebs mit 31 293 Sterbefällen. Bei den Frauen dominierten ebenfalls Krebserkrankungen der Verdauungsorgane mit 31 694 Gestorbenen. An zweiter Stelle lagen Brustkrebserkrankungen mit 17 815 Sterbefällen und einem Anteil von knapp 18 %.  Leberkrebs hat als Todesursache bei Männern in den letzten 30 Jahren am stärksten zugenommen: Der Anteil der daran Gestorbenen hat sich um fast 56 % erhöht. Frauen sterben heute mehr als doppelt so häufig (+ 124 %) an Krebserkrankungen, die in einen engen Zusammenhang mit dem Konsum von Tabak gebracht werden können.

Früherkennung, Krebsvorsorge und bessere Therapien

Jährlich erkranken laut Schätzungen 486 000 Menschen in Deutschland an Krebs. Das sind rund 16 000 Menschen mehr als noch 2008. Hauptgrund für die Zunahme ist der demographische Wandel.  „Krebs ist eine Alterskrankheit. Der demographische Wandel wirkt sich auf die Zahl der Krebsneuerkrankungen daher ganz besonders aus“, sagt Prof. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Viele Krebsarten, die einst als Todesurteil galten, können heute geheilt werden.  Je früher Krebs erkannt wird, desto größer sind die Chancen, ihn zu heilen. Ein wichtiger Ansatzpunkt des Nationalen Krebsplans ist daher die Krebsvorsorge. Durch bessere Therapien ist die Lebenserwartung in den letzten 60 Jahren bei Frauen um 14 Jahre bei Männern um 13 Jahre gestiegen. Forscher gehen davon aus, dass rund die Hälfte aller Krebskranken heute geheilt werden können.

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Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte er mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.