Welche Risikofaktoren für Magenkrebs gibt es?

Foto: Kristian Pfaller
Zu den bekanntesten Risikofaktoren für Magenkrebs zählen eine besondere Form von Blutarmut (pemiziöse Anämie), eine besondere Art von chronische: Magenentzündung (atrophische Gastritis), bestimmte Magenpolypen und Schleimhautveränderungen.
Als Risiko gilt eine Helicobaeterpylori-Infektion. Sie fördert die Entwicklung von MALT-Lymphomen des Magens. Wird bei diesem seltenen Magentumortyp das Bakterium durch Antibiotika abgetötet, so kommt es häufig zu einer Rückbildung des Magenlymphoms. Ob die propliylaktische Therapie gegen das Helicobacter-Bakterium bei den anderen Typen von Magenkarzinomen hilft, wird noch kontrovers diskutiert.

Sodbrennen als Ursache für Magenkrebs

Die Zunahme der Reflux-Erkrankungen, besonders in den westlichen Industriestaaten, gilt als Ursache für die hier häufigeren Krebserkrankungen an der Speiseröhre und im Übergang von der Speiseröhre zum Magen (Barrertkarzinom und Tumoren des gastroösophagealen Übergangs). 5 % der Bevölkerung in den westlichen Staaten leiden unter täglichen Refluxbeschwerden (Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein, Aufstoßen von Luft, Schluckstörungen). Sie sind Risikopatienten, die sich regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen sollten.
Ob Alkohol und Rauchen direkte Einflussfaktoren sind, wird unterschiedlich beurteilt. Möglicherweise findet man Magenkarzinome bei Alkoholikern und Rauchern deswegen häufiger, weil siesich gleichzeitig schlecht ernähren.

 

Gibt es Zusammenhänge zwischen seelischer Verfassung und dem Krebserkrankungen?

Wissenschaftlich eindeutige Aussagen gibt es zu dieser Frage nicht. Von den meisten Wissenschaftlern werden Zusammenhänge angezweifelt. Organische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts führen häufig zu seelischen Veränderungen. Es ist gar nicht so selten, dass Patienten mit bösartigen Tumoren des Magen-Darm-Traktes zuerst durch seelische Veränderungen auffallen, was jedoch nicht bedeutet, dass diese ursächlich dafür verantwortlich sind. Ursachen und Folgen sind also genau umgekehrt.

 

Risikofaktoren für ein bösartiges Magenkarzinoms:

  • 0 perniziöse Anämie
  • o Magenpolypen/Magenadenome
  • o chronisch an-ophische Gastritis
  • 0 Helicobacter-pylori-Infektion
  • 0 Morbus Mênétrier
  • o hochgradige Schleimhautdysplasien
  • 0 Refluxerkrankungen und Barret Oesophagus
  • 0 familiäre Prädisposition bei Blutgruppe A für diffusen Typ
  • 0 familiäre Häufigkeit
  • 0 Magenteilresektion vor über 15 Jahren
  • 0 Peutz-Jeghers-Syndrom
  • 0 schlechte Ernährung
  • 0 wenig Frischgemüse und wenig Obst in der Ernährung
  • 0 hoher Verzehr von Gepökeltem, Geräucherten, in Essig
  • Eingelegtem und chronisch hoher Kochsalzkonsum
  • 0 Übermäßiger Konsum von Tabak und Alkohol

Quelle und Leseempfehlung: Hermann Delbrück/Magenkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige

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Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte er mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.