Neue Langzeitstudie mit 200.000 Teilnehmern zu Volkskrankheiten

In diesem Jahr werden 200.000 Deutsche (nicht wie in vielen Medien fälschlicherweise behauptet 400.000) zu einer Langzeitstudie eingeladen, welche sich mit den Risikofaktoren der wichtigsten Volskrankheiten Krebs, Diabetis, Demenz und Depressionen befasst.  Die Studie soll über mehrere Jahrzente gehen und wird von einem Netzwerk von deutschen Forschungseinrichtungen durchgeführte der „Nationalen Kohorte“. Die Ziele dieser Studie sind es, nicht nur die wichtigsten Risiken der Volkskrankheiten zu finden, sondern zusätzlich Wege einer wirksamen Vorbeugung aufzuzeigen, sowie
Möglichkeiten der Früherkennung von Krankheiten zu erforschen.

Zu der Langzeitstudie werden 200.000 Deutsche im Alter zwischen 20 und 69 Jahren eingeladen. Die Gesundheit der Probanden wird zu Beginn der Studie ausführlich überprüft: Lungenfunktionstest, Blutdruckmessung, EKG, Test der körperlichen und geistigen Fitness sind nur einige Faktoren. Die Teilnehmer sollen zusätzlich zahlreiche Fragen zu Lebensweise und Lebensbedingungen beantworten: wie Alkohol- und  Tabak-Konsum, soziales Umfeld und Ernährung.  Alle 5 Jahre werden die Teilnehmer der Gesundheitsstudie wieder zum Gesuntheits-Check und zum Interview eingeladen. Im Laufe der Nachbeobachtungen über 10-20 Jahre werden bei einigen Teilnehmern naturgemäß bestimmte Erkrankungen auftreten, die dann mit den erhobenen Daten in Verbindung gebracht werden können.

Risikofaktoren für Krebs erforschen

An der Nationalen Kohorte ist auch das Deutsche Krebsforschungszentrum beteiligt. Durch die bisher größte Langzeitstudie erhoffen  die Forscher sich auch die genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und soziale Einflüsse der unterschiedlichen Krebserkrankungen zu identifizieren. In den Medien werden immer wieder unterschiedliche Ursachen für Krebserkrankungen und Lebensstile als Krebsvorsorge gehandelt, oft ohne fundierte Quellen. Dank der neuen Langzeitstudie werden in den nächsten Jahrzehnten eine Vielzahl der Krebsursachen und Krebsvorsorgen identifiziert.

Lebensstil

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Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte er mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.