Krebs-Glossar

Absolutes Risiko: Ereignisrate innerhalb einer Gruppe, z. B. aus der absoluten Anzahl von Patienten, die nach einer Risikoexposition ein unerwünschtes Ereignis hatten, und der Gesamtzahl exponierter Personen. Das Relative Risiko hingegen bezeichnet den Faktor, um den sich ein Risiko bei Exposition von jenem bei Nicht-Exposition unterscheidet.

Adipositas: sehr starkes Übergewicht oder auch Fettleibigkeit genannt. Allgemein spricht man von einer Adipositas, wenn der BMI über 30 liegt.

Adiponektin: Ein von Fettzellen abgegebenes Hormon.

Altersspezifische Inzidenzraten: Neuerkrankungsrate in einer bestimmten Altersgruppe. Sie wird aus der Anzahl von Krebsneuerkrankungen in einer Altersklasse und der durchschnittlichen Bevölkerung gebildet, wobei die Ergebnisse pro 100.000 der Bezugsbevölkerung angegeben werden. Gleiches gilt für altersspezifische Mortalitätsraten hinsichtlich der Krebssterbefälle in einer Altersklasse.

Alternativmedizin, alternative Medizin: Auch Außenseitermedizin oder Paramedizin genannt. Was bei uns alternativ genannt wird, gilt unter Umständen in anderen Ländern als offiziell anerkannte Therapie.

Adipozyten: Fettzellen

Aktive Überwachung (Wachsames Warten, Active surveillance): Statt einer sofortigen Therapie werden die Patienten engmaschig kontrolliert und nur im Falle eines Fortschreitens der Erkrankung behandelt.

Antioxidantien: Stoffe, die die Produktion der freien Radikale in den Zellen verringern.

Apoptose: Ein programmierter Zelltod, der aktiv durch die Zelle selber ausgelöst wird.

Aromatasehemmer: Substanzen, die die Bildung von Östrogenen blockieren und bei der Behandlung hormonempfindlicher Tumore eingesetzt werden.

 

Bauchfett: („intraabdominales Fett“, „viszerales Fett“): Auf die Bauchregion konzentrierte Fettansammlung

Biomarker: Klinisch relevante, individuelle molekularbiologische Variationen von Genen oder Genprodukten.

Bisphosphonate: Medikamente, die zum Knochenschutz und  bei einer  Osteoporose eingesetzt werden.

Body-Mass-Index (BMI): Klassifizierung von Körpergewicht. Der Body-Mass-Index berechnet sich aus Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch Körpergröße in Metern hoch zwei.

BRCA1, BRCA2: Hochrisiko Gene, die Mutationen aufweisen können und dann mit einem hohen Risiko von Brust- und/oder Eierstockkrebs verbunden sind.

Brustkrebszentrum (zertifiziertes Brustzentrum): Der Begriff »Brustzentrum« ist nicht geschützt und sagt wenig über die Qualität der Behandlungsstätte aus. Hingegen müssen »zertifizierte Brustzentren« Qualitätsnachweise erbringen, die überwacht werden und schwierig zu erwerben sind. Sie betreffen die Ausstattung, die Zusammenarbeit mit anderen onkologischen Disziplinen und die fachliche Überwachung.

Brustkrebsvorstufe: In der Regel versteht man unter einer Brustkrebsvorstufe das sogenannte „Duktale Carcinoma in situ“ (abgekürzt: DCIS), bei dem sich Krebszellen in den Milchgängen der weiblichen Brust befinden. Die kranken Zellen durchbrechen bei diesen Krebsvorstufen die Grenzen des Milchgangs nicht.

 

Carcinoma-in-situ (DCIS): Brustkrebsvorstufe.

CHEK2 Gen: Genmutationen, die mit einem zwei- bis dreifachen Erkrankungsrisiko verbunden sind. In der deutschen Bevölkerung ist das CHEK2 Gen in zwei bis vier Prozent aller familiären Brustkrebsfälle mutiert.

Chemoprävention: Einsatz von synthetischen Verbindungen, um die Krebsentstehung zu verlangsamen, zu verhindern oder rückgängig zu machen.

CA 15-3: Häufigster und wichtigster Tumormarker in der Nachsorge von Patienten mit Brustkrebs.

Cis: Krebs-Vorstufe oder Frühform eines Krebses.

Cochrane Review: Aufarbeitung aller bestehenden, randomisierten Studien.

CRISPR/CAS-Technik: ein genchirurgischer Eingriff, bei dem mit einer molekularen Schere „chirurgische“ Eingriffe in das Genom von bislang nicht gekannter Präzision möglich sind und damit eine gezielte Veränderung einer Gensequenz lebender Zellen erreicht werden.

 

DCIS (Duktales Carcinoma-in-situ): Vorstufe des Brustkrebses, die etwa 20 Prozent aller bei der Mammografie entdeckten Tumore ausmacht .

Driverläsionen: Genetische Veränderungen, die Tumorwachstum und Entwicklung fördern, gleichzeitig aber die Tumorzellen in eine Abhängigkeit von normalerweise nicht essentiellen zellulären Prozessen führen.

Dysplasie: Auch „intraepitheliale Neoplasie“ genannt. Das verdächtige Gewebe unterscheidet sich vom Krebs dadurch, dass es noch nicht invasiv ist. Dysplasien sind Krebsvorstufen.

 

Eine-Million-Frauen-Studie (one million women study): Weltweit größte prospektive bevölkerungsbezogene Kohortenstudie in Großbritannien, die erstmalig den bis dahin nur vermuteten Schaden einer Hormonersatzherapie nach den Wechseljahren bestätigte.

EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition): Eine der bedeutendsten Studien, die seit 1989 bei mehr als 520.000 Gesunden in verschiedenen Ländern Europas durchgeführt wird. Sie enthält wesentliche Daten des Lebensstils, darunter Detaildaten zum Körpergewicht, zur körperlichen Aktivität, zur Ernährung, zum Nikotin- und Alkoholkonsum und der im Studienverlauf auftretenden Erkrankungen (http: //epic.iarc.fr).

Epigenetische Faktoren: Faktoren, die die Aktivität von Genen beeinflussen. Sie modifizieren die Genexpression, ohne dass sich die Struktur der Gene ändert.

Evidenzbasierte Informationen: Wissenschaftlich geprüfte und durch Fakten belegte Aussagen.

 

Fall-Kontroll-Studien: Bei diesem Studientyp werden 2 Kollektive miteinander verglichen.

Falsch positive Befunde: Es werden gutartige Befunde für krankhaft erklärt.

Falsch negative Befunde: Es werden krankhafte Befunde übersehen bzw. sind mit der Methode nicht feststellbar.

Früherkennungs-Untersuchungen: Untersuchungen an gesunden Menschen, die keine Beschwerden oder Anzeichen im Hinblick auf die gesuchte Krankheit haben. Sie werden auch Screening-Untersuchungen genannt.

Frühkarzinome: Frühstadium eines Karzinoms, auch Carcinoma in situ genannt. DCIS Karzinome sind solche Frühkarzinome.

Functional Foods (funktionelle Lebensmittel: Nahrungsmittel, die über den Nährwert des Produktes hinaus einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben sollen.

 

Galaktographie: Untersuchung, bei der die Milchkanälchen mit einem Kontrastmittel röntgenologisch dargestellt werden.

Genom: Gesamtheit der Erbinformationen eines Organismus. Ein Gen ist ein Sequenzabschnitt auf dem Genom und beinhaltet die Erbinformation für ein Protein.

Genanalysen: Untersuchungen des Genoms mit dem Ziel, u. a. krankhafte Auffälligkeiten festzustellen.

Genexpressionstest: Molekulargenetisches Testverfahren, um am Tumorgewebe anhand der Aktivität bestimmter Gene Aussagen zum Krebsrisiko und zur Therapieempfindlichkeit zu treffen.

Genotyp: Erbgut, durch dessen Auswirkungen (Dominanz oder Rezessivität) die Eigenschaften und das Erscheinungsbild eines Individuums geprägt werden.

Gentest: Bei einem Gentest wird das Erbgut eines Menschen untersucht. Je nach Bedeutung des Ergebnisses lassen sich drei verschiedene Arten von Gentests unterscheiden: diagnostische Gentests, deren Hauptaufgabe es ist, die Ursache einer bereits bestehenden Erkrankung zu finden; prädiktive Gentests, die bestimmte Eigenschaften einer Person erkennen sollen, die zum Beispiel die Wirkung eines Arzneimittels beeinflussen, oder die zusammen mit Umwelteinflüssen eine Erkrankung auslösen können und prognostische Gentests, die Aufschluss darüber geben, wie wahrscheinlich es ist, ein genetisches Merkmal oder eine Krankheit an die eigenen Kinder zu vererben. Weil die Ergebnisse eines Gentests das Arbeits- oder Versicherungsverhältnis, aber auch Kinder und Geschwister betreffen können, dürfen sie nur unter bestimmten Umständen stattfinden. Gentests dürfen in Deutschland nur unter bestimmten Umständen stattfinden, die in einem eigenen Gesetz geregelt sind, dem Gendiagnostikgesetz.

Gentherapie: Therapeutische Beeinflussung der für die bösartige Entartung verantwortlichen Gene.

Gesamtüberleben (OS): Zeit zwischen dem Beginn einer Therapie und dem Tod des Patienten.

Gestagen: Weibliches Geschlechtshormon.

Glykämischer Index (GI): Maß für die blutzuckersteigernde Wirkung der in der Ernährung enthaltenen Kohlenhydrate.

 

Hazard Ratio (HR): Vergleich von zwei Gruppen, z. B. mit unterschiedlichen Risiken oder Therapien. Ist die HR 1, unterscheiden sich die Risiken nicht.

Herceptin®: Gentechnisch hergestellter monoklonaler Antikörper, der in der Brustkrebstherapie eingesetzt wird.

HER2-Rezeptoren: »Andockstationen« für Wachstumsfaktoren auf der Tumorzelloberfläche.

Heterozygote genetische Veranlagung: Ein Gen, das erst dann zu klinischen Konsequenzen führt, wenn es in doppelter Form vorliegt (Homozygote Veranlagung).

Hochrisiko-Gene: Krebsgene, die sehr penetrant sind, d. h. mit einem relativen Risiko von mindestens RR > 5. Die mutierten BRCA1/2-Gene sind solche Hochrisiko-Gene.

Hormonrezeptoren: Vorrichtungen an der Zellmembran, die die Wirkung von weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogenen) ermöglichen.

 

IGel: Individuelle Gesundheitsleistungen, für deren Kosten die Versicherten selber aufkommen müssen.

 

IGF-1: Insulinähnlicher Wachstumsfaktor.

Initiation: Erster Schritt der Kanzerogenese, bei der die DNA durch gentoxische Karzinogene verändert wird.

 

Individualisierte Medizin: Maßgeschneiderte und passend zum persönlichen Genom eines Patienten durchgeführte Therapie.

Inflammatorisches Karzinom: Besondere bösartige Form von Brustkrebs.

Insulinresistenz: Unwirksamkeit von Insulin.

Intervallkarzinome: Karzinome, die zwischen zwei Screeningterminen entdeckt werden.

Inzidenz: Anzahl aller Krebs-Neuerkrankungen einer definierten Bezugsbevölkerung in einer klar definierten Region, in einem bestimmten Zeitraum (Kalenderjahr).

 

Kanzerogene (Karzinogene): Bestimmte Einflüsse, die Karzinome hervorrufen können.

Kernspintomographie (NMR oder MRT): Bildgebendes Untersuchungsverfahren, bei dem es im Gegensatz zum Röntgen und zur Computertomographie nicht zu einer Strahlenbelastung kommt.

Körperliche Aktivität („physical activity“): Jegliche Körperbewegung durch Muskelkontraktionen, die zu einem zusätzlichen Energieverbrauch über den Grundumsatz hinaus führt.

Kohortenstudie: Eine spezielle Form der Untersuchung, bei der alle Personen einer Stichprobe derselben Kohorte angehören, d. h. einer Gruppe von Personen, in deren Lebensläufen ein bestimmtes biographisches Ereignis annähernd zum selben Zeitpunkt aufgetreten ist.

Komplementäre Medizin: Eine die Schulmedizin ergänzende Medizin.

Krebsprävention: Maßnahmen und Aktivitäten, die das Entstehen einer Krebserkrankung verhindern, weniger wahrscheinlich machen oder verzögern

Krankheitsfreies Überleben (DFS): Die Zeit zwischen Beginn einer Therapie und erneutem Krankheitsauftreten oder Tod.

Krebsgene: Angeborene oder erworbene Genveränderungen, die die Krebsentstehung bzw. Krebsentwicklung fördern.

 

Leitlinien: Systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und Patienten zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen.

Lobuläres Karzinom in situ (LCIS): Abnorme Zellbildung in den Wänden eines kleinen Brustlappens (lobulus).

Leptin: Ein von Fettzellen abgegebenes Hormon, das eine Appetit-hemmende Wirkung hat.

Lynch-Syndrom (HNPCC = Hereditary Nonpolyposis Colorectal Cancer): Eine erbliche Prädisposition, besonders für Darm- und Gebärmutterkrebs, aber auch Brustkrebs.

 

Mamma-MRT (oder MR-Mammographie): Sehr empfindliche Krebs-Suchmethode, mit der bereits kleine Brustkarzinome nachgewiesen werden können. (Siehe auch  Kernspintomographie)

MammaPrintR: Ein Gentest, der zwischen zwei Risikogruppen (niedrig versus hoch) unterscheiden und auch Aussagen zum Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie geben soll.  

Menarche: Zeitpunkt der ersten Regelblutung

Mastopathie: Gutartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes. Bestimmte Formen dieser Brustdrüsenerkrankung können allerdings bösartig entarten.

Mediterrane Kost: Grundelement der Landesküchen in der Mittelmeerregion.

Menopause: Zeitpunkt der letzten Regelblutung, der keine monatlichen Blutungen mehr folgen (meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr).

Metaanalyse: Statistische Analyse einer großen Sammlung von Analyse-Ergebnissen mehrerer Einzelstudien.

Metabolisches Äquivalent (MET, „metabolic equivalent of tasks“): Ein Intensitätsparameter für körperliche Aktivität.

Metformin: Ein bei Typ 2 Diabetes häufig eingenommenes Medikament (Biguanid).

Microenvironment: Diejenigen Kompartimente, Zellen, Kommunikations- und Versorgungsstrukturen des Tumors und seiner Umgebung, ohne die das Wachstum und die Ausbreitung bösartiger Zellen nicht möglich sind.

Monoklonale Antikörper: Mithilfe der Gentechnologie hergestellte, hochspezifische Antikörper, die sowohl in der Erkennung als auch in der Therapie benutzt werden.

Moderat penetrante Risiko-Gene: Krebsgene, die mit einem relativen Risiko von weniger als RR < 5 einhergehen. Die ATM, CHEK2, PALB2-Gene sind solche moderaten Krebsgene.

Morbus Paget: Ausbreitung von Tumorzellen in der Haut, die die Mamille umgibt.

multipel: mehrfach

 

Nahrungsergänzungsmittel: Produkte, die die normale Ernährung ergänzen sollen.

NMR: siehe Kernspintomographie

 

Odds Ratio (OR): „Relative Chance“, Maß für die Stärke des Unterschieds zwischen zwei Gruppen. Beträgt die OR1, haben beide Gruppen das gleiche Risiko.

Oncotype DXR: Gentest, der Auskunft über den Nutzen einer Chemotherapie geben soll.

Östrogene: Weibliche Geschlechtshormone

Östrogenrezeptoren: Vorrichtungen an der Zellmembran, die eine Wirkung von weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogenen) ermöglichen.

Omega-3-Fettsäuren: Sogenannte ungesättigte Fettsäuren, die insbesondere in fetthaltigen Fischen vorkommen.

Onkogene: Gene, die das Tumorwachstum stimulieren.

Off lable: Verordnung eines zugelassenen Fertigarzneimittels, außerhalb des in der Zulassung beantragten und von den nationalen oder europäischen Zulassungsbehörden genehmigten Gebrauchs hinsichtlich der Anwendungsgebiete (Indikationen).

Ordnungstherapie: Ein wesentliches Element der Kneipp-Therapie. Sie beinhaltet die Forderung nach einer bewussten, die Gesundheit erhaltenden Lebensführung.

Orthorexie: Der Zwang, sich gesund zu ernähren.

 

Paget-Karzinom: bösartige Entartung der Milchgänge direkt hinter der Brustwarze. Meist geht das Paget-Karzinom von einem tiefer liegenden duktalen Carcinoma in situ (DCIS) aus. Sie werden häufig zu spät diagnostiziert, weil man sie fälschlicherweise mit einem Ekzem verwechselt und mit Cremes behandelt.

 

Parabene: Eine Gruppe von Stoffen, zu denen Methyl- und Ethylparaben, Butyl- und Propylparaben sowie Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl-, Benzyl- und Phenylparaben gehören.

Paramedizin: Im Gegensatz zur Schulmedizin offiziell nicht anerkannte medizinische Maßnahme, da ihre Wirksamkeit mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht nachzuweisen ist.

Passivrauchen: Unfreiwilliges Einatmen von Tabakrauch.

Penetranz einer Mutation: Aussage zur Wahrscheinlichkeit einer Genmutationsfolge.

Personalisierte Therapie (zielgerichtete oder stratifizierte Therapie): Eine gezielte, individuelle Behandlung aufgrund von genetischen, molekularen oder zellulären Merkmalen.

P53: Gen, das die Entartung von Zellen verhindert. Es übt die Funktion eines Tumorsuppressors aus.

Physicians’ Health Study II: Eine der größten und längsten Placebo-kontrollierten Interventionsstudien mit Vitaminpräparaten, die amerikanische Ärzte untereinander vorgenommen haben.

Plazebo: Scheinmedikament

Phytotherapie: Behandlung mit Medikamenten pflanzlicher Herkunft.

Phytooestrogene: Pflanzliche Bestandteile, die eine östrogenartige Wirkung entfalten.

Polygenie ist ein Begriff aus der Genetik und bezeichnet die Tatsache, dass die Ausprägung eines Merkmals (Phänotyps) nicht durch ein einzelnes Gen (Monogenie), sondern durch mehrere Gene bestimmt wird.

Positronenemissionstomographie (PET): Untersuchungsverfahren, bei dem die unterschiedliche Stoffwechselaktivität von Tumor- und Normalgewebe ausgenutzt wird.

Prävalenz: Häufigkeit vorhandener Erkrankungen oder Risikofaktoren in einer Bevölkerung zu einem festgelegten Zeitpunkt.

Progressionsfreies Überleben (PFS): Zeit zwischen Beginn einer Therapie und Fortschreiten der Erkrankung oder Tod.

Promotoren: Nicht gentoxische Karzinogene, die initiierte Zellen zum Wachstum anregen und damit die Krebsentwicklung stimulieren.

Prävalenz: Anzahl der mit einer Erkrankung lebenden Menschen. Sie ist zu unterscheiden von der Inzidenz, d. h. der Anzahl jährlicher Neuerkrankungen.

Prognose: Zukunftsaussichten; voraussichtlicher Krankheitsverlauf.

Prospektive Studien: Prospektive Studien planen die Erfassung bestimmter Daten in der Zukunft und werten diese nach Abschluss des Untersuchungszeitraums aus.

 

RAD51D-Gen: Seltenes, vererbliches Hochrisiko-Gen für Brustkrebs.

Randomisierte Therapiestudien: Eine Studie, bei der die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip einer behandelten bzw. einer nicht behandelten oder Kontrollgruppe zugeordnet werden.

Relatives Risiko („RR“): Stärke des Risikounterschiedes zwischen Personen, die einem bestimmten Faktor (etwa Rauchen oder die Einnahme eines Medikaments etc.) ausgesetzt oder aber nicht ausgesetzt sind. Wenn RR > 1 ist, geht man davon aus, dass das Risiko erhöht ist.

Relative Risikoreduktion: Beschreibt, um wie viel Prozent das Risiko durch eine Intervention verringert wird. Eine Verringerung der Sterblichkeit von 2 auf 1, 6 % bedeutet z. B. eine Änderung des Relativen Risikos um 20 %.

Retrospektive Studie: Statistische Beobachtungen bei Personen in der Vergangenheit.

Risikofaktor: Wahrscheinlichkeit an einer bestimmten Krankheit zu erkranken.

Risikoadaptierte Früherkennung: Untersuchungen, die anhand bestimmter Risikofaktoren vorgenommen werden.

 

Schulmedizin: Eine Medizin, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Screening: Systematische Untersuchungen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe mit dem Ziel, Personen mit Krebsvorstufen, Frühstadien und Frühkarzinomen gezielt herauszu„sieben“, (Screening engl. = Filterung). Der Begriff „Screening“ wird im Deutschen auch verwendet im Sinne von „Vorsorge“-Untersuchungen.

S3-Leitlinie: Kontinuierlich aktualisierte Erkenntnisse und Empfehlungen zur Prävention, Erkennung und Behandlung von Krankheiten. Die methodische Qualität einer S3-Leitlinie ist höher einzuschätzen als die einer S2- oder S1-Leitlinie.

Sensitivität: Prozentzahl, die angibt, wie viele der Erkrankten durch einen Test auch tatsächlich als krank identifiziert werden.

Sievert, Sv: Messgröße für die biologische Wirkung einer bestimmten Strahlendosis, unter Berücksichtigung der Strahlenart und Bestrahlungsbedingungen.

Spezifität: Anteil der Nicht- Erkrankten, bei denen der Test auch tatsächlich ein negatives Ergebnis liefert.

Spurenelemente: Chemische Elemente, die im Gegensatz zu den Massenelementen (Sauerstoff, Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphate, Magnesium) nur in kleinen Mengen im lebenden Organismus vorkommen.

Tamoxifen: Ein in der Therapie des Brustkrebses gerne eingesetztes Antihormon.

Triple-negativer Brusttumor: Als triple-negativ gelten Tumoren, bei denen weniger als 1 % der Zellen die Gene für Östrogen-, Progesteron- oder HER2/neu exprimieren.

Tumor microenvironment: Diejenigen Kompartimente, Zellen, Kommunikations- und Versorgungsstrukturen des Tumors und seiner Umgebung, ohne die das Wachstum und die Ausbreitung bösartiger Zellen nicht möglich sind.

Tumormarker: Im Blut oder im Gewebe nachweisbare Eiweißstoffe, die bei Tumorwachstum erhöht sein können.

Tumorpromotoren: Ein Tumorpromotor fördert die Krebsentwicklung, ohne selbst Mutationen zu verursachen.

Tumorsuppressorgene: Gene, die die unkontrollierte Teilung genomisch geschädigter Zellen unterdrücken, und dadurch die Entstehung von Tumoren verhindern.

Typ-2-Diabetes: Eine Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse eigentlich genug Insulin hergibt, dies jedoch nicht mehr richtig an den Geweben und Zellen des Körpers wirkt.

Überdiagnose: Diagnose einer nicht behandlungsbedürftigen Erkrankung, die aufgrund ihrer Biologie oder der Lebenserwartung klinisch nicht relevant ist. Die Überdiagnostik birgt die Gefahr, dass aus einem Gesunden ein chronischer Patient gemacht wird.

Überbehandlung: Behandlung von Tumoren, die unbehandelt niemals zu Beschwerden oder gar zum Tode führen.

 

Watchful waiting, auch “Wait and see Strategie”, “active surveillance” oder “aktive Überwachung” genannt: Engmaschige Überwachung mit Kontrolluntersuchungen, um erst dann therapeutisch zugreifen, wenn sich die Untersuchungsbefunde verschlechtern.

WHR = Waist Hip Ratio: Maßstab für die Fettverteilung am Körper; ein großer WHR-Wert deutet auf viel Bauchfett hin.

 

Zytologische Untersuchung: Untersuchung von Zellen im Abstrich/Abklatsch oder Punktionsmaterial.

Zytostatika: Chemische Mittel zur Hemmung des Tumorwachstums.

 

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