Gesund im Alter: Krebsvorsorge durch eine gesunde Lebensweise

Eine gesunde Lebensführung hat positive Auswirkungen sowohl auf das Erkrankungsrisiko als auch auf den Krankheitsverlauf von Krebs. Forscher haben berechnet, dass Nichtraucher mit einem Body Mass Index zwischen 22,5 und 24,9, die wenig Alkohol trinken, körperlich aktiv sind und wenig rotes Fleisch, dafür aber viel Obst und Gemüse essen, das günstigste Risikoprofil und die größte Lebenserwartung haben. Im Alter von 40 Jahren dürfen Männer im Durchschnitt mit weiteren 37,5 und Frauen im Durchschnitt mit weiteren 38,7 Lebensjahren rechnen.

Wirkungen einer gesunden Lebensweise

Ob eine gesunden Lebensführung direkte strukturelle Auswirkungen auf die Erbsubstanz hat, ist unklar. Wahrscheinlicher sind indirekte Auswirkungen, nämlich auf Repariermechanismen in Zellen und auf Vorgänge, die zu einer Hemmung bereits ausgelöster Krankheitsprozesse führen. Allgemein geht man davon aus, dass Krebsvorstufen und „schlafende Karzinome“ bei einer gesunden Lebensführung noch viele Jahre ruhig und harmlos bleiben. Die Hypothese ist, dass sich die Aggressivität von Tumorzellen reduziert. Gesichert ist, dass ein gesunder Lebensstil nicht nur vor Krebs, sondern auch vor anderen chronischen Erkrankungen und altersbedingten Gebrechen schützt. Zwischen dem Wissen um eine gesunde Lebensführung und einer Umsetzung dieses Wissens im täglichen Alltag besteht leider einegroße Diskrepanz. Anspruch und Wirklichkeit von gesundem Verhalten klaffen insbesondere bei Männern auseinander. Sie gelten als „Präventionsmuffel“ und sind daher grundsätzlich stärker als Frauen gefährdet (www.maennergesundheitsportal.de).

Lohnt sich eine gesunde Lebensweise noch im Alter?

„Bei meinen 65 Jahren lohnt es sich wohl kaum noch, meine Lebensgewohnheiten zu ändern, machen sich die positiven Effekte doch erst nach vielen Jahren bemerkbar.“
Diese oft geäußerte Ansicht ist falsch. Zwar sind kurzfristige Auswirkungen auf die Krebsentstehung nicht zu erwarten und, je früher man auf einen gesunden Lebensstil achtet, umso geringer ist die Gefährdung, aber dennoch lohnt sich eine Umstellung krebsgefährdender Lebensgewohnheiten auch im höheren Alter.

Regeln für einen gesunden Lebensstil:

• nicht Rauchen
• Mäßigung beim Alkoholkonsum
• regelmäßige körperliche Aktivität
• Regelmäßigkeit im Tagesablauf
• Vermeidung von starkem Übergewicht
• Ernährung ähnlich der Mediterranen Kost

Quelle und Leseempfehlung:

Krebs-Vorsorge für Frauen (Personalisierte Krebsvorsorge und Früherkennung)

 

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Über den Autor Prof Dr. Hermann Delbrück

Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.

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