Darmkrebs-Vorsorge: Körperliche Aktivität, Sport

Bei Darmkrebserkrankungen betonte man bislang fast ausschließlich die Ernährung als entscheidenden Einflussfaktor und schenkte anderen Lebensstilfaktoren, wie der körperlichen Aktivität, kaum Beachtung. Dabei behaupten einige Experten, dass körperliche Betätigung das Erkrankungsrisiko ebenso positiv beeinflusst wie die Vorsorgekoloskopie. Diese (schwer zu beweisende bzw. zu widerlegende) Behauptung weist auf die Bedeutung körperlicher Aktivität hin, sollte jedoch auf keinen Fall zu der Schlussfolgerung führen, dass man bei regelmäßiger körperlicher Bewegung auf eine Darmspiegelung verzichten kann. Die Verringerung des Krebsrisikos soll je nach Alter und Körpergewicht 20 bis zu 50% (RR = 0.8 – 0.5) betragen. In vielen Fall-, Kontroll- und Kohortenstudien wurde nachgewiesen, dass sich bei körperlicher Betätigung weniger Adenome/Polypen im Darm bilden, die darüber hinaus kleiner sind und sich weniger aggressiv verhalten.

Körperliche Aktivität beugt somit nicht nur Krebserkrankungen vor, sondern hemmt auch den Krankheitsverlauf (RR = 0,5). Insgesamt herrscht die Meinung vor, dass körperliche Aktivität bestehende Tumore nicht beseitigt, sondern die „lediglich“ am Wachstum hemmt. Die Gefahr einer Wiedererkrankung und Metastasierung sei geringer. Erfahrungenzeigen, dass körperlich aktive (stark) Übergewichtige eine bessere Prognose haben als dünne und inaktive Menschen (Lee et al. 1992), was darauf hinweist, dass körperliche Bewegung ein größerer Einflussfaktor ist als das Körpergewicht.

Wirkungsmechanismen von Sport

Die biologischen Mechanismen, die bei körperlicher Aktivität zu einer Abnahme des Erkrankungsrisikos führen, sind noch unzureichend geklärt. Wahrscheinlich ist, dass sich mehrere Schutzfaktoren in ihrer Wirkung addieren, ja möglicherweise sogar potenzieren. Viele Experten weisen dem Insulinspiegel eine hohe Bedeutung bei; die bei körperlicher Aktivität seltenere Insulinresistenz könnte schützen. Entzündungsreaktionen haben wahrscheinlich einen Einfluss, denn bei Bewegungsmangel kommt es häufiger zu einer Erhöhung von Entzündungsparametern. Gestützt wird diese Hypothese durch die Beobachtung, dass speziell Patienten mit COX-2-positiven Tumoren von COX-2-Medikamenten profitieren, die Entzündungen hemmen (z. B. Aspirin und bestimmte Antirheumatika). Darmkrebspatienten, deren Tumor aufgrund genetischer Eigenschaften verstärkt COX-2 ausbildet, profitieren in größerem Maße von sportlicher Aktivität als Patienten mit COX-2-negativen Karzinomen. Diskutiert werden auch epigenetische Effekte. Während körperliche Inaktivität latente Krebsgene aktiviert, würden Bewegung und Sport diese hemmen. Sehr wahrscheinlich hat auch die insgesamt gesündere Lebensführung von sportlich aktiven Menschen eine Bedeutung, da diese im Allgemeinen einen geringeren Alkohol- und Zigarettenkonsum haben, sich bewusster ernähren und seltener übergewichtig sind. Warum die Risikoreduzierung für den Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) geringer ist als für den Dickdarmkrebs, ist noch unklar.

Welche körperlichen Aktivitäten sind sinnvoll?

Aus den bisherigen Studien lassen sich nur grobe Empfehlungen ableiten. Hinsichtlich der optimalen Häufigkeit und Intensität, der spezifischen Art körperlicher Art gibt es unterschiedliche Auffassungen. In den meisten Publikationen wird darauf hingewiesen, dass sich alle körperlichen Aktivitäten in Freizeit, Beruf oder Haushalt, mit Ausnahme von Extremsport, schützend auswirken. Freizeitsport wird jedoch besonders positiv beurteilt. Eine Erhöhung der Alltagsaktivität (Treppen steigen anstatt Fahrstuhl fahren, gehen oder Rad fahren anstatt Autofahren etc.) sei jedoch gleichwertig mit Sport, heißt es. Auch körperliche Belastungen im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit sind positiv. Eine Beobachtungsstudie bei Briefträgern würde demnach eine geringere Darmkrebshäufigkeit nachweisen. Allgemein einig ist man sich, dass Übergewicht und Bewegungsmangel im frühen Erwachsenenalter bedeutende Risikofaktoren für die spätere Entwicklung von Darmpolypen sind. Bekanntlich dauert es lange bis zur Entstehung von Adenomen und noch länger bis zu Entwicklung einer Dyplasie und schließlich Krebs. Die Intensität sollte dem Lebensalter angepasst sein.

Je niedriger das Alter, desto höher sollte sie sein. Für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren gelten mindestens 60 aktive Minuten pro Tag als angemessen, bei Erwachsenen werden allgemein 30 bis 45 Minuten empfohlen. Auch im fortgeschrittenen Alter sollte man sich körperlich und sportlich betätigen, da hierdurch das Wachstum und die Bösartigkeit von Adenomen und latenten Karzinomen gehemmt wird. Wegen der positiven Auswirkungen des Sonnenlichts auf die Bildung von Vitamin D3 werden meist Aktivitäten im Freien empfohlen. Alle Experten weisen auf die Notwendigkeit regelmäßiger körperlicher Aktivitäten hin. Leistungs-, Kampf- und Wettkampfsport oder extreme Ausdauersportarten wie Marathonlauf wer Übergewicht und Bewegungsmangel im frühen Erwachsenenalter sind bedeutende Risikofaktoren epigenetische Einflüsse durch Aktivierung bzw. Inaktivierung zuvor inaktiver Gene (silent genes) genetische Einflüsse: CTNNB1-negative sowie COX-2-positive Tumore reagieren auf körperliche Aktivität besser als CTNNB1-positive bzw. COX-negative. Bei CTNNB1-positiven Tumoren ist der Einfluss wesentlich geringer. Das CTNNB1-Gen hat auch eine besondere Bedeutung bei starkem Übergewicht den allgemein abgelehnt. Sportliche Höchstleistungen sollte man nicht anstreben. Mittelgradige körperliche Belastungen sind besser als extreme, Regelmäßigkeit wichtiger als eine hohe Intensität und aerobes Training besser als anaerobe Belastungen.

Es heißt, dass sich das relative Risiko für Adenome und Dickdarmkarzinome bereits bei einer täglichen moderaten körperlichen Aktivität von 30 bis 60 Minuten um 25 bis 50% reduziere (Samad et al. 2005). Jede Steigerung um 4 MET- h/Tag soll mit einer 20% niedrigeren Erkrankungsrate einhergehen (Leitzmann et al. 2008). Regelmäßiges Laufen reduziere die Wahrscheinlichkeit von Adenomen um 16%, die von großen Adenomen sogar um 35%. Regelmäßige körperliche Aktivität in Form von siebenstündigem, zügigem Spazierengehen pro Woche verringere des Erkrankungsrisiko um 40%, schreiben einige Sportmediziner (Halle und Schoenberg 2009). Nach Empfehlungen anderer Experten (Chao et al. 2004) sei mit siebenstündigem, schnellen Gehen pro Woche der gleiche Effekt zu erreichen. Andere Mediziner empfehlen wiederum ein mindestens 30-minütiges schnelles Gehen, Joggen oder Fahrradfahren an mindestens fünf Tagen. Nach Verlautbarungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll man mindestens 2,5 Stunden pro Woche Sport treiben. Häufig wird betont, dass man sich so belasten sollte, dass man mindestens dreimal pro Woche für eine halbe Stunde in leichtes Schwitzen gerät.

Was ist besser Krafttraining oder Ausdauertraining?

Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur keine eindeutige Empfehlung für eine Ausdauerbelastung oder eher auf Kraft ausgerichtete Aktivitäten. Mit großer Wahrscheinlichkeit beugen sowohl Kraftals auch Ausdauertraining einer Darmkrebserkrankung vor (Grøntved A et al. 2012). Aus Sicht der Krebsprävention ist wahrscheinlich das kombinierte Kraft- und Ausdauertraining besonders günstig. Sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit als auch die Muskelkraft werden hierdurch verbessert. Für den Erhalt der Mobilität und damit auch der Fähigkeit, sich im Alltag selbst zu versorgen, wird Krafttraining mit steigendem Alter bedeutsamer (Mayer et al. 2011). Ein zwei- bis dreimal pro Woche jeweils 20 bis 30- minütiges Krafttraining hat positive Effekte auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose und möglicherweise auch für Krebserkrankungen (Liu et al. 2011, Mayer et al. 2011). Ein wichtiges Argument für Krafttraining ist, dass, neben der Muskelstärkung und der verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit, hinaus vom Muskel verstärkt wichtige hormonell aktive Zytokine in die Blutbahn abgegeben werden. SPARC (secreted protein acidic and rich in cysteine) ist ein solches Zytokin, das – zumindest im Tierversuch – die Tumorentwicklung im Darm hemmt (Aio et al. 2013). Wer regelmäßig seine Muskeln trainiert, steigert auch seinen Kalorienverbrauch. Dies ist einerseits eine Folge des direkten Kalorienverbrauchs (etwa 115 bis 300 Kilokalorien in einer halben Stunde je nach Intensität), andererseits auch bedingt durch den sogenannten Nachbrenneffekt. Unter letzterem versteht man das Phänomen, dass Muskeln – ähnlich wie Herz, Nieren oder Lunge – auch im Ruhezustand Energie benötigen.

Je mehr Muskeln der Körper hat, desto mehr Energie verbraucht er. Nicht nur der Kalorienverbrauch, auch der Fettstoffwechsel und die körperliche Leistungsfähigkeit werden durch Muskeltraining positiv beeinflusst. Krafttraining wirkt sich somit auch deswegen krebspräventiv aus, weil es dem Übergewicht entgegenwirkt Ausdauertraining eignet sich idealerweise zur Prävention von HerzKreislauf-Erkrankungen, wird jedoch auch zur primären Krebsprävention empfohlen. Am häufigsten werden Ausdauersportarten mit kontrollierbaren Dauerbelastungen wie Gehen, Wandern, Laufen, Nordic Walking, Schwimmen, Langlaufski und Radfahren empfohlen; Ballsportarten mit abrupten Spitzenbelastungen sind weniger vorteilhaft. Extreme Ausdauersportarten wie Marathonlauf sind nachteilig. Man unterscheidet Ausdauerbelastungen im aeroben und anaeroben Bereich. Beim aeroben Training geschieht die Zuckerverbrennung zur Energiegewinnung mit Hilfe von Sauerstoff. Anaerob sind Belastungen dann, wenn die Energiegewinnung mit Hilfe von Sauerstoff nicht mehr ausreicht, weswegen Kohlenhydrate ohne Sauerstoff durch Milchsäuregärung in Energie umgewandelt werden.

Zur Krebsprävention eignen sich eher aerobe Belastungen. Niedrig- bis mittelgradige Belastungen gehören dazu, da bei ihnen der Stoffwechsel ausreicht, um genügend Energie zur Bewältigung zu gewinnen. Die Intensität des Trainings, z. B. die Laufgeschwindigkeit, sollte so gewählt werden, dass man sie nur als „etwas anstrengend“ empfindet. Wenn die Belastung als extrem anstrengend empfunden wird, erfolgt die notwendige Energiegewinnung auf anaerobem Weg. Anaerobes Training ist eher für Leistungssportler, nicht aber zur Krebsprävention geeignet. Bei den meisten Ausdauersportarten zur Prävention handelt es sich um Training im aeroben Bereich. Ideal sind mittelgradige, aber regelmäßige Belastungen, deren Intensität man selber beeinflussen kann. Empfohlen wird meist ein Ausdauertraining mit moderater aerober Aktivität, je 30 Minuten an mindestens 5 Tagen/Woche.

Gibt es empfehlenswerte sportliche Aktivitäten?

Sein Bewegungsprogramm sollte man so auswählen, dass es zu den persönlichen Voraussetzungen und Neigungen passt. Die Gefahr, sportliche Aktivitäten einfach abzubrechen, ist umso größer, je schlechter die Bedingungen, je größer der organisatorische Aufwand, je unangenehmer die Belastungen empfunden werden und je weniger einem die sportliche Aktivität liegt. Bestimmte körperliche Aktivitäten sind eher für Jugendliche, andere  für Senioren geeignet. Für den Einen ist Ausdauertraining (Laufen, Schwimmen, Radfahren) besser, für den Anderen Krafttraining.

Aus Sicht der Krebsprävention empfehlen sich am ehesten Aktivitäten ohne Leistungsdruck, bei denen sich neben körperlichen Herausforderungen auch psychische und soziale Aspekte integrieren lassen. Optimal ist ein Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung, zwischen Aktivität und Erholung. Regelmäßigkeit und Dauerhaftigkeit sind Grundvoraussetzung für Gesundheitseffekte. Regelmäßig heißt, dass man mindestens dreimal pro Woche für eine halbe Stunde aktiv ist. Ausdauersportarten mit kontrollierbaren Dauerbelastungen wie Gehen, Laufen, Schwimmen, Radfahren oder auch Fahrradergometerfahren sind wirksamer als Sportarten mit nur kurzen Spitzenbelastungen, wie etwa manche Ballsportarten. Sport in der Gruppe ist oft von Vorteil, liegt aber nicht Jedem. Vorteilhaft ist, dass man sich gegenseitig motiviert und so regelmäßig aktiv bleibt. Soziale Kontakte und Anerkennung durch gemeinsame Aktivitäten sind von großer Bedeutung. Älteren Personen wird allgemein die Teilnahme an einem Gruppentraining empfohlen (www.pur-life.de).

 

Gehen und Wandern, Nordic Walking

Walking kann bis ins hohe Alter und zu jeder Jahres- und Tageszeit, ohne großen Aufwand direkt vor der Haustür bei jeder Wetterlage praktiziert werden. Es hat die gesundheitsfördernden Effekte von Ausdauertraining und trägt zur Verbesserung des Stoffwechsels, der Muskelkraft und der Sauerstoffaufnahme bei. Der Energieverbrauch wird deutlich gesteigert. Für Untrainierte ist Walking als Einstieg für körperliche Aktivität gut geeignet, da es nur geringe Anforderungen an Fitness und Koordination stellt, die Belastung individuell angepasst werden kann und keine Überlastungsgefahr besteht. Regelmäßiges Nordic Walking ist ein hervorragendes Fettstoffwechseltraining, was hinsichtlich der Krebsprävention hervorzuheben ist, da der Fettstoffwechsel und die Fettverteilung eine herausragende Bedeutung in der Krebsprävention haben. Die muskuläre Beanspruchung ist ausgeglichen; zusätzlich zu dem Kalorienverbrauch beim Walken kommt der „Nachbrenneffekt“. Man nimmt „im Schlaf“ weiter ab. Aktivitäten im Freien haben den Vorteil, dass die Klimareize die Körperabwehr anregen. Gleichzeitig sind die Einwirkungen des Sonnenlichts auf den Vitamin-D–Haushalt vorteilhaft. Krebspatienten haben häufig einen Vitamin-D-Mangel, der sich angeblich auf das Erkrankungsrisiko als auch den Krankheitsverlauf ungünstig auswirken soll.

Laufen, Jogging

Für die Krebsprävention ist es weniger wichtig, ob man rennt oder zügig geht. Entscheidend ist vielmehr, wie viel Energie man dabei verbraucht. Wenn Jogger und Walker die gleiche Anzahl an Kalorien verbrauchen, dann haben beide ähnlich positive Auswirkungen auf die Krebsprävention. Regelmäßiges Laufen und Jogging ist günstig zur Gewichtsregulierung und wirkt sich schon deshalb bei Übergewichtigen krebspräventiv aus. Hinzu kommen die vor Krebs schützende Stimulation der Immunabwehr, die verstärkte Aufnahme von Vitamin D3 sowie positive Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel. Für Lauf- Anfänger empfehlen sich zunächst langsame Dauerläufe, die zwischen 20 und 30 Minuten wechseln. Zwischenzeitliche Gehpausen sind sinnvoll. Erfahrene können Tempowechselläufe einlegen. Für ein effektives Training sollte die Intensität bei einem Puls von 70 bis 80% der maximalen Herzfrequenz liegen. Es ist nicht nötig, dass man beim Laufen außer Atem kommt. Leitsatz ist:„Laufen ohne zu schnaufen.“ Bevor man sich für ein regelmäßiges Lauftraining entschließt, sollte man sich von Laufexperten beraten lassen, die weniger die Leistung als die gesundheitlichen Aspekte beurteilen. „Falsch Laufen“ kann auch negative gesundheitliche Auswirkungen haben. Zu Lauftechnik, Atemtechnik und geeignetem Schuhwerk können Experten wesentliche Tipps geben.

Schwimmen

Schwimmen ist mehr als ein Ausdauertraining. Es hat eine hohe krebspräventive Bedeutung. Der Kältereiz und die Temperaturunterschiede von Wasser und Luft stärken die Immunabwehr. Der Kalorienverbrauch beträgt etwa 330 kcal/30 Min bei 70 kg Körpergewicht. Wie alle anderen Ausdauersportarten auch, regt Schwimmen den Fettstoffwechsel an. Schon allein deswegen kommt dem Schwimmsport aus Sicht der Krebsprävention eine hohe primärpräventive Bedeutung zu. Hinzu kommt, dass regelmäßiges Schwimmen das Lungenvolumen steigert und die Lunge widerstandsfähiger gegen krebsfördernde Schadstoffe macht. Gelegentlich geäußerte Befürchtungen, SchwimmbadChlor könnte Krebs fördern, sind nicht berechtigt. Dem Schwimmsport wird ein nicht unerheblicher psychologischer Nutzen nachgesagt.

Radfahren

Radfahren weist viele Vorteile in der Krebsprävention aus. Sowohl körperliche Funktionen als auch emotional-affektive Faktoren werden positiv beeinflusst. Besonders hervorzuheben sind die Stärkung der Immunabwehr, die Einflüsse auf die Körperfettverteilung, die verbesserte Vitamin-D-Aufnahme. Radfahren kräftigt die Atemmuskulatur, verbessert die Ventilation der Lunge, und schützt vor Infekten und verbessert möglicherweise auch die Immunabwehr gegen Krebs. Der Kalorienverbrauch ist relativ hoch und in etwa vergleichbar mit Joggen oder Schwimmen. Ein 70 kg schwerer Mann verbraucht pro Minute etwa sechs bis sieben Kilokalorien, wenn er gemütlich 15 km pro Stunde fährt. Tritt er etwa fester in die Pedale und bringt es auf 25 km pro Stunde, so verbrennt er ca. 10 bis 12 Kilokalorien pro Minute. Je nach Körpergewicht, Alter, Schwierigkeitsgrad des Geländes und Gegenwind variiert natürlich der Kalorienverbrauch. Radfahren senkt auf natürliche Weise den Blutzuckerspiegel. Es kommt zu einer Abnahme der im Blut zirkulierenden Wachstumsfaktoren wie Insulin und Insulin ähnlichen Faktoren. Eine Alternative zum Radfahren stellt das Training auf dem Fahrradergometer in den eigenen vier Wänden dar. Zur Stärkung der Immunabwehr und wegen der verbesserten Vitamin-D3-Aufnahme ist aus Sicht der Krebsprävention aber Radfahren im Freien vorzuziehen.

Tanzen (Standard)

Gesundheitsfördernde Wirkungen des Tanzens gehen über die schlichte Bewegung des Körpers und den hierdurch bedingten Kalorienverbrauch hinaus. Tanzen ist eine komplexe Angelegenheit und beansprucht die Motorik, die Aufmerksamkeit, das Langzeit- und das Kurzzeitgedächtnis. Es wird weit unterschätzt, wie viel Hirnkapazität das gemeinsame Tanzen in Anspruch nimmt. Es heißt, dass regelmäßiges Tanzen das Risiko für eine Altersdemenz um mehr als 70% senke. Tanzen schult Fitness und fördert das Balancegefühl, stärkt das Herz-Kreislauf-System und den Rücken, kräftigt die Muskeln und schont die Gelenke. Die Ausdauer, Koordination, Konzentration und Balance werden gefördert. Das Lernen von Schrittkombinationen und Figurenfolgen schult außerdem das Gedächtnis und hält geistig fit. Die Bewegung zu Musik baut Stress ab. Bei 30 Minuten Sporttanzen verbrennt man bis zu 300 kcal. Für Menschen mit schwachen Venen ist Tanzen ein optimales Gefäßtraining. Zumba ist in erster Linie ein Ausdauertraining, das das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringt. Durch die vielfältigen Bewegungen wird aber auch die Koordination geschult und bestimmte Muskelgruppen gezielt gekräftigt. Durch die flexiblen Bewegungen beim Tanzen werden nicht nur die großen Muskelgruppen angesprochen, sondern auch kleinere Muskelgruppen, die vor allem für die Stabilisierung des Rumpfes von Bedeutung sind. Zudem wird beim Zumba auch die Koordination geschult.“

Von welchen Sportarten ist abzuraten?

Sportliche Aktivitäten können zu gesundheitlichen Störungen führen, ja sogar das Krebsrisiko erhöhen. Nach längerer Inaktivität sollten sportliche Aktivitäten nur schrittweise gesteigert werden. Bei gesundheitlichen und körperlichen Einschränkungen ist auf jeden Fall eine vorherige qualifizierte ärztliche Untersuchung mit einer Beratung empfehlenswert, welche Übungen und welcher Sport an das Alter und eventuellen gesundheitlichen Handicaps anzupassen sind (Löllgen 2011). Eine Überforderung wäre ein großer Fehler. „Höchstleistungen“ im höheren Alter zu erbringen, ist nicht erstrebenswert. Untrainierte überschreiten rasch ihre Leistungsgrenze. Muskeln, Gelenke, Rücken, Stoffwechsel, Herz und Kreislauf sind schnell überfordert. Extreme Ausdauersportarten wie Marathonlauf sind ebenso wie Risikosportarten und Aktivitäten mit Wettkampfcharakter zur Krebsprävention nicht geeignet. Sportgerechte Kleidung und Schutzvorrichtungen sind zu beachten. 80% der schweren Kopfverletzungen bei Unfällen von Radfahrern könnten vermieden werden, wenn ein Helm getragen würde. Bei Fieber, akuten Erkrankungen wie Durchfall, Infektionen oder Verletzungen sollte auf sportliche Aktivität verzichtet werden. Schmerzen, ein unzureichend eingestellter Bluthochdruck, eine instabile Angina pectoris und belastungsinduzierte Herzarhythmien können körperliches Training unmöglich machen. Bei vorgeschädigtem Herzen – so nach einem Herzinfarkt – ist es zwar sinnvoll, sich körperlich zu belasten und Sport zu treiben, doch gibt es eine Belastungsschwelle, die nicht überschritten werden sollte. Die Grenze liegt bei einer Stunde moderatem Jogging am Tag, bzw. 7,2 MET-Stunden (Metabolic Equivalent Task).  Bei einer Herzinsuffizienz wird ein moderates Intervalltraining mit einem Wechsel zwischen 50% und bis zu 75% der maximalen Belastung für optimal gehalten.“ Bei sehr schnellem Herzschlag (Tachycardie) und Herz-Rhythmus-Störungen ist besondere Vorsicht geboten. Auf jeden Fall muss bei einer Herzschädigung vor Beginn des Trainings eine ärztliche Untersuchung stattfinden. Ein unzureichend eingestellter Blutdruck, eine instabile Angina pectoris sowie belastungsinduzierte Herz-Rhythmus-Störungen können körperliches Training unmöglich machen. Koronarpatienten können, wenn sie eine entsprechende Wattleistung bei der Fahrradergometrie erreichen, gefahrlos 18-Loch-Golf spielen. Aufgrund der möglicherweise auftretenden Herzrhytmusstörungen sollten Koronarpatienten anfangs ein Langzeit-EKG während einer Golfrunde tragen.

Sport bei Bluthochdruck

Bluthochdruckpatienten und Menschen, die unter starken HerzKreislauf-Beschwerden bzw. einer koronaren Herzkrankheit leiden, sollten ein Krafttraining aufgrund der möglichen, hohen Blutdruckspitzen nur in Abstimmung mit dem Arzt praktizieren. Eine Pressatmung – vor allem beim Krafttraining – kann zu einer mangelhaften Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns führen. Schnelle Bewegungen sind gefährlich, weil in der Anfangsphase Belastungsspitzen auftreten. Untrainierte überschreiten rasch ihre Leistungsgrenze. Muskeln, Gelenke, Rücken, Stoffwechsel, Herz und Kreislauf sind schnell überfordert. Bei kritischen Smogwerten mit hoher Schadstoffbelastung der Luft sollte man auf Ausdauertraining verzichten. Plötzliche Temperaturschwankungen sind zu vermeiden. Von intensivem Ausdauertraining ist auch bei hohen Außentemperaturen und einer Luftfeuchtigkeit von 80 bis 85% abzuraten. Liegen hohe Ozonwerte vor, empfiehlt sich, das Training in die frühen Morgenstunden bzw. den späten Abend oder in geschlossene Räume (z. B. Ergometertraining) verlegen.

Sport bei Übergewicht

Bei mehr als 10 kg Übergewicht sollte man zunächst mit Nordic walking, Aqua Jogging und Aqua Riding, Schwimmen, Radfahren oder Ergometertraining beginnen. Radfahren nimmt dem Körper die eigene Last. Sinkt das Körpergewicht und stimmen Kraft und Koordination, erweitert sich die Palette der passenden Sportarten.  Schwimmen ist zur Krebsprävention in mehrerlei Hinsicht ideal. Voraussetzung ist allerdings, dass das Wasser nicht zu warm ist. Bei einer Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder hohem Blutdruck sollte es nicht wärmer als 29 Grad sein. Bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (Angina pectoris) kann es bei plötzlichem Kältereiz zu einem Herzanfall kommen. Patienten mit einer akuten und chronischen Hepatitis sollten stärkere körperliche Belastungen meiden, da sonst der Übergang in eine Zirrhose und ein Leberkarzinom drohen. Nicht nur die Gefahr einer Dekompensation der Leberfunktion (Zunahme des Blutungsrisikos, Aszites oder Enzephalopathie), sondern auch das Krebsrisiko steigen bei intensiver körperlicher Aktivität. In den ersten Monaten nach einer Bauchoperation sollten Aktivitäten unterbleiben, die mit Belastungen der Bauchmuskulatur einhergehen. Es könnte sonst zu einem Narbenbruch kommen. Besonders ruckartige Bewegungen und Belastungen sind gefährlich.

Sport bei Chemo- und Strahlentherapie

Bei gleichzeitiger Chemo- und Strahlentherapie sind körperliche Belastungen nur in beschränktem Maße möglich. Ein Blutzellmangel kann, muss aber nicht eine Kontraindikation darstellen. Bis zum Abklingen der Symptome ist Schonung angebracht. An Tagen der Verabreichung potenziell herzschädigender Medikamente (z. B. Anthrazykline, Herzeptin etc.) sollte man mit sportlichen Belastungen zurückhaltend sein. Während und einige Tage nach einer Ganzkörperbestrahlung oder einer Bestrahlung des Brustkorbs sind körperliche Belastungen zu unterlassen. Die Bestrahlung lokalisiert begrenzter Areale stellt keine Kontraindikation dar. Viele Mediziner raten radikal operierten Prostatakarzinompatienten vom Krafttraining und Radfahren in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Operation ab. Der Grund ist, dass lokale blutungsstörungen zu einer Verengung der Harnröhre führen können. Bei Harninkontinenz ist auf Schwimmen zu verzichten. Bei bestimmten Hormon-(Entzugs)Therapien kommt es zu einer vorzeitigen Knochenentkalkung mit Knochenbruchgefährdung. Knochendichtemessungen können bei solchen Patienten indiziert sein.

Sport bei Metastasen

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass man bei Skelettmetastasen wegen der Frakturgefährdung grundsätzlich körperliche Belastungen meiden sollte. Das Gegenteil kann der Fall sein. Bei Bewegungsmangel kommt es zu einem Abbau der Muskulatur und einer beschleunigten Knochenentkalkung mit erhöhter Frakturgefährdung. Bei einer diffusen Knochen(Mark)Metastasierung sind jedoch Belastungen, insbesondere in den tragenden Skelettteilen, wie der Wirbelsäule, dem Becken und den Oberschenkelknochen absolut kontraindiziert. Bei lokalisierten Metastasen ist eine differenziertere Betrachtungsweise notwendig. Entscheidend sind Größe und Lokalisation. Häufig sind Skelettmetastasen an Stellen lokalisiert, an denen nur eine geringe Bruchgefährdung besteht. Bei befallener Wirbelsäule sollten Sportarten vermieden werden, bei denen diese stark sowie – was noch gefährlicher ist – abrupt und ruckartig belastet wird. Empfohlen werden Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Aqua Jogging und Walking. Ob Krafttraining möglich ist, sollte der Onkologe entscheiden; er kennt die Einschränkungen aufgrund der Metastasen-Lokalisation und des Gewebebefundes am besten (z. B. unterschiedliche Gefährdung bei osteolytischem und osteoplastischem Befall des Knochens, bzw. Infiltration des Periosts). Bei Wirbelsäulenmetastasen ist nur Rückenschwimmen erlaubt. Beim Becken-, Schädel- oder Rippenbefall ist allgemein nichts gegen sportliche Aktivitäten einzuwenden. Indiziert ist nur leichtes aerobes Training. Sind die langen Röhrenknochen befallen, sind Belastungen kontraindiziert.

Sport bei Mangel an weißen Blutkörperchen

Bei einem Mangel an weißen Blutkörperchen (Granulopenie) sind bestimmte Aktivitäten wegen der erhöhten Infektionsgefahr zu vermeiden. Dazu gehören Sportarten mit Körperkontakt, Schwimmen und Saunabesuche. Der Besuch größerer Menschenansammlungen ist nicht empfehlenswert. Ein Blutzellmangel (Hämoglobin <8g/dl) sowie Tumor- und therapiebedingte Gerinnungsstörungen sind relative Kontraindikationen für bestimmte sportliche Aktivitäten. Thrombozytenwerte von weniger als 30.000/mm3 erlauben nur noch leichte gymnastische Übungen unter Aufsicht. Bei Werten zwischen 10.000 und 20.000/mm3 sind körperlich belastende Tätigkeiten nur bei ausdrücklicher ärztlicher Genehmigung möglich. Sämtliche Sportarten mit Verletzungsgefahr sind zu unterlassen. Bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße und höhergradigem Blutzellmangel ist von der Sauna abzuraten. Bei einem Blutzellmangel und akuten Atemwegsinfektionen ist auf Saunen zu verzichten. Die Abkühlphase sollte langsam und nicht schockartig erfolgen.

Sport bei Brustkrebs

Viele Brustkrebspatientinnen begehen in der Nachsorge den Fehler, sich körperlich nicht zu belasten und auf sportliche Aktivitäten zu verzichten. Dies ist falsch. Körperliche Aktivität scheint gerade bei Brustkrebspatientinnen positive Effekte in der Nachsorge zu haben. Ein Lymphödem ist kein Hinderungsgrund. Es bedarf jedoch einiger Einschränkungen. Tennis ist erlaubt, wenn man einen Armkompressionsstrumpf trägt und ruckartige Bewegungen vermeidet. Viele Brustkrebspatientinnen unterlassen es wegen eventueller Schmerzen, den Arm auf der operierten Seite zu belasten. Derartige Schonhaltungen sind falsch. Sie führen nicht nur zu schmerzhaften Muskelverspannungen, sondern fördern – bei mangelnder Inanspruchnahme der Muskelpumpe – eine Ödembildung. Bei Schmerzen oder einem Anschwellen des Armes sind die Belastungen allerdings zurückzuschrauben. Ein Lymphödem ist nur dann eine Kontraindikation für sportliche Aktivitäten, wenn die Lymphknoten in der Achselhöhle krebsbefallen sind. Schwimmen ist eine in jeglicher Hinsicht empfehlenswerte Sportart für Lymphödem-Patientinnen, solange die Temperatur zwischen 24 und 30 Grad liegt. Schwimmen im kühlen Wasser führt im Allgemeinen zu einer Besserung des Lymphödems. Wassertemperaturen über 32 Grad sind zwar wohltuend, aber nicht wünschenswert. Derartige Wassertemperaturen können auch die Neigung zum Lymphödem erhöhen bzw. ein bestehendes verschlimmern. Manche Brustkrebspatientinnen schämen sich, nach einer Brustamputation in der Öffentlichkeit zu schwimmen. Für Brustoperierte Viele Brustkrebspatientinnen begehen in der Nachsorge den Fehler, sich körperlich nicht zu belasten und auf sportliche Aktivitäten zu verzichten. Dies ist falsch. Körperliche Aktivität scheint gerade bei Brustkrebspatientinnen positive Effekte in der Nachsorge zu haben. Ein Lymphödem ist kein Hinderungsgrund. Es bedarf jedoch einiger Einschränkungen. Tennis ist erlaubt, wenn man einen Armkompressionsstrumpf trägt und ruckartige Bewegungen vermeidet. Viele Brustkrebspatientinnen unterlassen es wegen eventueller Schmerzen, den Arm auf der operierten Seite zu belasten. Derartige Schonhaltungen sind falsch. Sie führen nicht nur zu schmerzhaften Muskelverspannungen, sondern fördern – bei mangelnder Inanspruchnahme der Muskelpumpe – eine Ödembildung. Bei Schmerzen oder einem Anschwellen des Armes sind die Belastungen allerdings zurückzuschrauben. Ein Lymphödem ist nur dann eine Kontraindikation für sportliche Aktivitäten, wenn die Lymphknoten in der Achselhöhle krebsbefallen sind. Schwimmen ist eine in jeglicher Hinsicht empfehlenswerte Sportart für Lymphödem-Patientinnen, solange die Temperatur zwischen 24 und 30 Grad liegt. Schwimmen im kühlen Wasser führt im Allgemeinen zu einer Besserung des Lymphödems. Wassertemperaturen über 32 Grad sind zwar wohltuend, aber nicht wünschenswert. Derartige Wassertemperaturen können auch die Neigung zum Lymphödem erhöhen bzw. ein bestehendes verschlimmern. Manche Brustkrebspatientinnen schämen sich, nach einer Brustamputation in der Öffentlichkeit zu schwimmen. Für Brustoperierte gibt es aber Spezialbadeanzüge, die eine Brustprothese enthalten. Es gibt sehr gute Brustprothesen, die sich auch unebenen Narbengebieten anpassen. Für „einen Spezialbadeanzug mit Prothesentasche“ zahlt die Krankenkasse zumindest einen Zuschuss. Eine gute Beratung in einem spezialisierten Sanitätsgeschäft ist empfehlenswert. Nachteilig ist nach Einnahme bestimmter Hormontherapien (z. B. Aromatasehemmer) eine vorzeitige Knochenentkalkung und somit Knochenbruchgefährdung. Sicherheitshalber sollten diese Personen vor Beginn von Krafttraining Knochendichtemessungen vornehmen lassen. Einige Onkologen empfehlen die prophylaktische Einnahme von Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten.

Sport bei Lungenkrebs

Größere körperliche Belastungen sind operierten Lungenkrebspatienten nicht mehr möglich; sie sollten wegen der einsetzenden Luftnot und der meist gleichzeitig geringeren Belastbarkeit des Herzens unterbleiben. Moderat belastende Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern und Nordic Walking sind möglich und sinnvoll; sie führen zu einer Verbesserung der Lungenfunktion und einer Stabilisierung des Herz-Kreislaufs. Ob operierte Lungenkrebspatienten in die Sauna dürfen, hängt von mehreren Faktoren ab. In der Regel ist Vorsicht geboten.

Sport bei Leukämie

Leukämie- und Lymphompatienten sollten plötzliche Temperaturschwankungen und Schwimmbäder meiden. Bei ihnen ist die Immunabwehr noch lange geschwächt. Dies gilt grundsätzlich auch bei Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen (zum Beispiel nach einer Knochenmarktransplantation). Praktische Hinweise und Kontaktadressen finden sich in der kostenlosen Broschüre „Bewegung und Sport bei Krebs“  aus der blauen Ratgeberreihe der Deutschen Krebshilfe (www.krebshilfe.de).

Beteiligung durch Krankenkassen und Betriebe

Die Bedeutung von sportlicher Aktivität zur Gesunderhaltung wird zunehmend von den Krankenkassen und den Betrieben erkannt, wobei die Unterstützung je nach Krankenkasse sowie nach Größe und Struktur der Betriebe sehr unterschiedlich ist Die Krankenkassen honorieren, wenn ihre Mitglieder Sport treiben. Einige private Krankenkassen bieten ihren Versicherten Boni an, wenn diese sportliche Aktivitäten nachweisen. Zur Belohnung bekommen sie Gutscheine für Fitnessstudios oder Reisen. Wer nachweist, dass er gesünder lebt, zahlt weniger für seine Krankenversicherung. Diejenigen, die sich wenig bewegen oder die ihre Daten nicht preisgeben, zahlen mehr. Beitragsnachlässe werden auch von den gesetzlichen Kassen in Erwägung gezogen. In Frankreich, den USA und in Südafrika ist dies schon üblich.  Gesetzlich Versicherte erhalten in aller Regel 80% der entstandenen Sportkursgebühren von den Krankenkassen erstattet. Voraussetzung ist allerdings, dass die Angebote von zertifizierten Anbietern durchgeführt (www.sportprogesundheit.de) und von Ärzten (www.baek.de/specialdownloads/Rezept_fuer_Bewegung.pdf) befürwortet werden. Vielerorts werden »Sportgruppen nach Krebs« gefördert. Adressen können beim Krebsinformationsdienst (KID), Telefon 08 00/4 20 30 40, beim Landessportverband (Tel. 0203-7381-0) oder im Internet (www.wir-im-sport.de) in Erfahrung gebracht werden. Seit 2001 bieten die gesetzlichen Krankenkassen Rehabilitationssport und Funktionstraining an (§ 44 SGB) (Becker 2011). Sie übernehmen weitgehend die Kosten für Patientenschulungsmaßnahmen im Rahmen von Disease-Management-Programmen. Ziel dieser Programme ist, chronisch Kranken zu einer höheren Gesundheitskompetenz und damit einer notwendigen Lebensstiländerung zu verhelfen. Widmen sich Sportverbände und -vereine zusätzlich den Gesundheitsaspekten, so werden die Teilnahmekosten ganz oder zum Teil von den Krankenkassen und den Sozialversicherungsträgern übernommen. In dem Leitfaden „Prävention der gesetzlichen Krankenkassen zur Primärprävention“ sind die Handlungsfelder sowie Qualitätskriterien von Präventionsangeboten beschrieben, um von den Krankenkassen finanziell unterstützt zu werden. Älteren Personen wird allgemein die Teilnahme an Gruppen empfohlen, die von Vereinen, auch mit dem Siegel „Sport pro Gesundheit“, oder über eine Internetplattform  (www.purlife.de) angeboten werden. Im Vorspann des vorgesehenen Präventionsgesetzes heißt es, Aufgabe der Prävention sei, „das Wissen und die Motivation in der Bevölkerung zu gesundheitsbewusstem Verhalten in allen Lebensphasen zu stärken und damit gesundheitliche Risiken zu reduzieren“. Unter Berücksichtigung der derzeitigen In Fragestellung des Wertes sekundärpräventiver Maßnahmen – also Screening-Untersuchungen – ist zu hoffen, dass die primäre Prävention –in der Sport eine hohe Bedeutung hat  – ein größeres Gewicht erlangt. Bewegung soll auf Kosten der Kassen verschrieben werden. Näheres kann im Internet (www.bzga-ebs.de, www.bewegtleben. net, www.richtigfitab50.de) recherchiert werden. Auf den Homepages der Krankenkassen findet man nach Eingabe der Postleitzahl die passenden und qualitätsgeprüften Anbieter von Gesundheitskursen, mit Angeboten  für Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und zur Suchtmittelprävention. Körperlich aktivierende Maßnahmen tragen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Produktivität im Arbeitsleben und zur Zufriedenheit der Berufstätigen bei; sie  verbessern auch das Betriebsklima. Der demographische Wandel stellt Unternehmen mehr und mehr vor die Herausforderung einer alternden Gesellschaft. Firmen wollen ihre Mitarbeiter auch in zunehmendem Alter fit halten. Die Bedeutung von Sport zur Steigerung der Produktivität wird zunehmend von Betrieben, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern erkannt. Die von ihnen geförderten Maßnahmen (Betriebliches Gesundheitsmanagement) reichen – je nach Größe und Struktur der Betriebe – von großzügigen Sportangeboten und hauseigenen Fitnessstudios bis hin zu firmeninternen Lauftreffs und gymnastischen Übungen am Arbeitsplatz (info@deutscher-betriebssportverband.de).

Quelle und Leseempfehlung zur Darmkrebs-Vorsorge:

Darmkrebs vermeiden (Personalisierte Krebsvorsorge und Früherkennung)

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Hermann Delbrück ist Arzt für Hämatologie – Onkologie und Sozialmedizin sowie Rehabilitation und physikalische Therapie und Hochschullehrer für Innere Medizin und Sozialmedizin. Während seiner Laufbahn in der experimentellen, kurativen und vor allem rehabilitativen Onkologie veröffentlichte er mehrere Lehrbücher. Er ist der Herausgeber zahlreicher Ratgeber für Betroffene mit Krebs. Seit seiner Emeritierung 2007 befasst er sich vorrangig mit Fragen der Prävention von Krebs.